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Ute Klingbiel

Ich wurde 1960 in Nürnberg geboren, wohne seit 2002 in Mecklenburg-Vorpommern und seit 2009 dicht bei Bad Doberan.

Ich absolvierte eine Ausbildung zur Sozialversicherungs-Fachangestellten, dann folgte das Studium Wirtschaftsrecht an der Hochschule Wismar (Abschluss Wirtschaftsjuristin [FH]) und  derzeit ein Weiterbildungsstudium, berufsbegleitend an der Uni Greifswald.

Politisch interessiert war ich schon sehr früh, da auch mein Vater, aufgrund seiner politisch engagierten Familie, bereits vor dem Zweiten Weltkrieg mit den Sozialdemokraten aktiv war.

Ich blieb bisher eher im Hintergrund, habe aber im Laufe der Jahre immer mehr festgestellt, dass einiges in meinem Lebensumfeld auf politischer Ebene anders und besser werden sollte.

Eine Motivation für mein Engagement ist der Wunsch mein Lebensumfeld mitgestalten zu wollen. Ich wohne hier in Mecklenburg – Vorpommern seit ca. neun Jahren und möchte hier bleiben. Wie alle Einwohner dieses Bundeslandes wünsche auch ich mir, in einem sozial gerechten und sicheren Umfeld zu leben. Daher habe ich mich auch zum politischen Engagement entschieden und möchte meine freie Zeit für das Gemeinwohl einsetzen.

Meine Themenscherpunkte:

Oberstes Gebot für mich ist die Einhaltung der garantierten grundlegenden Freiheits-, Gleichheits- und Unverletzlichkeitsrechte. Danach ist meines Erachtens jegliches Handeln auszurichten. Die Menschenrechte stehen auch in Deutschland im alltäglichen Leben immer wieder auf dem Prüfstand. Sie werden durch Gesetze, Verordnungen und Gewohnheiten definiert, eingeschränkt oder auch unterlaufen. Die Auswirkungen zeigen sich nicht nur in den direkt betroffenen Bereichen, sondern bestimmen auch die zwischenmenschlichen Beziehungen und damit wieder die gesamte Gesellschaft. 

Beispiele aus der Region sind die Zugeständnisse der bisherigen Regierungen an die Fundus-Gruppe in Heiligendamm. Hier wurden (unter politische Duldung) Grundstücke erweitert, indem nun öffentliche Wege in die Umzäunung der Hotelanlage einbezogen sind. Dieses Zugeständnis animiert inzwischen immer mehr Privatpersonen, Investoren und Gemeindevorstände öffentlich genutzte Flächen in privatem egoistischem Sinne zum eigenen Vorteil zu regulieren.

Ein weiteres Anliegen ist für mich die Transparenz von kommunal-politischen Entscheidungen. Auf Bundesebene und Landesebene können Entscheidungen durch die Veröffentlichung der Plenarsitzungsprotokolle nachvollzogen werden. Dies  sollte auch für Stadtratssitzungen und Gemeindesitzungen verbindlich vorgeschrieben werden, selbstverständlich unter Wahrung aller Datenschutzrechte.

Die Forderungen von Bündnis 90 / Die Grünen nach Bildungsgerechtigkeit, den Stopp der Naturzerstörung, den Ausbau von umweltfreundlicher und klimaschonender Mobilität, aber auch der gerechten Entlohnung von Arbeit u. v. m.  sind Themen, die ganz aktuell und brisant in Doberan und Umgebung diskutiert und bearbeitet werden müssen.

Und wir können es uns weder wirtschaftlich noch gesellschaftlich leisten unsere Kinder nicht bestmöglich auf ihre Zukunft vorzubereiten.

Als Frau und als stellvertretende Delegierte des Bundesfrauenrates, ist es für mich auch ein großer Schwerpunkt, die Interessen der Frauen zu vertreten. Die Gleichstellung der Frau ist in unserer Gesellschaft noch lange nicht erreicht. Frauen verdienen immer noch durchschnittlich weniger als Männer, bei gleicher Tätigkeit. Der Frauenanteil an Alleinerziehenden ist auch in Mecklenburg – Vorpommern höher als der der Männer. Hier fordere ich gleiche Rechte und vor allem Chancen.

Denn gut ausgebildete Frauen sehen ihre berufliche und finanzielle Zukunft meist in anderen Bundesländern gesicherter und gehen weg. Diese Frauen fehlen uns in jeder Hinsicht. Um dieser Abwanderung entgegen zu wirken, bedarf es spezieller Unterstützung bei Prozessen der langfristigen Sicherstellung von Perspektiven.

Wie soll sich der Landkreis wirtschaftlich entwickeln:

Mecklenburg – Vorpommern hat viel touristisches Potential. Deshalb sollte die touristische Infrastruktur in Gegenden gefördert werden, wo ansonsten auch auf lange Sicht keine anderen wirtschaftlichen Schwerpunkte erreicht werden können. Ich sehe dieses Zugpferd auch als Möglichkeit der Verbesserung des Lebensumfeldes und damit als „weichen Standortfaktor“ zur zukünftigen Begeisterung junger Menschen und ihrer möglichen Ansiedlung. Ich bin mir bewusst, dass eine ausschließliche Orientierung auf den Tourismus nicht ausreicht.

Wo sich Unternehmer ansiedeln, gehen auch die Arbeitskräfte hin. Wo Arbeitskräfte Arbeit finden gibt es mehr Kinder. Wo Unternehmer, Arbeitskräfte und Kinder im Ortsbild zu sehen sind, leben Menschen gerne und diese Menschen braucht der Landkreis Rostock.

Lokal bzw. regional fordere ich mehr öffentlichen Verkehr in und zwischen den einzelnen Ortschaften. Die Mobilität ist sowohl in den größeren Gemeinden, aber ganz besonders in den kleineren Orten derart eingeschränkt, dass ohne Auto bereits die Teilnahme am Leben, an möglicher Arbeit, Schule, Einkauf, Sport oder Kultur nur unter ganz erheblichen Anstrengungen gewährleistet ist.

Es gibt aber bessere Möglichkeiten, z. B. durch Anruf- bzw. Sammeltaxen, Verbesserung des Bahnverkehrs, Abstimmung der Fahrpläne von Bahn und Bus usw.; ich sehe das als Chance für junge wie auch alte Menschen weiter auf dem Lande leben zu können.

Gemeinden leben von und mit ihren fest ansässigen Bürgern. Die Infrastruktur und das soziale Leben kann nur durch die ständig ansässigen Bürger aufrecht erhalten werden. Baugebiete für Mietwohnungsbau sind daher auch in Ferienorten auszuweisen, um bezahlbaren Wohnraum für alle zu schaffen.

Fast alle Bürger haben nach der Wende ihr Leben neu gestalten müssen, viele sogar mehrmals. Gerade deshalb hat sich Mecklenburg - Vorpommern in den letzten zwanzig Jahren zu einem Bundesland entwickelt, dass enormes Potenzial in sich birgt.

Die Solidarität und das Lebensgefühl in Mecklenburg - Vorpommern haben das Land spürbar an Attraktivität gewinnen lassen. Ich möchte mich am solidarischen Handeln beteiligen und politisch „Steine“ aus dem Weg räumen helfen. Mecklenburg - Vorpommern soll auch wirtschaftlich dort hin kommt, wo es geographisch schon ist – nämlich ganz oben ;-)

Ihre Ute Klingbiel